Interessenvertretung der HonorardozentInnen für Deutsch als Fremdsprache
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Den Dozenten im Bereich der Integrationskurse ging es noch nie gut. Seit Inkrafttreten der Integrationsverordnung geht es ihnen aber immer schlechter. Das vor 4 Jahren erkämpfte Mindesthonorar von 23 Euro gibt es nicht mehr . Dies war Auslöser für Aktion Butterbrot Kontakt zu Politikern zu suchen. Anfang dieses Jahres empfing Franz Maget, Landesvorsitzender der bayerischen SPD, eine Gruppe von Aktion Butterbrot und vermittelte einen Termin bei dem Präsidenten des BAMF, Herrn Dr. Albert Schmid.

Aktion Butterbrot beim Präsidenten des BAMF

Das Treffen fand nun am 5.Juli in Nürnberg statt. Begleitet wurde die Delegation einerseits von Manfred Bosl (IG) als einem Vertreter der Träger und andrerseits von Stephanie Odenwald (GEW Hauptvorstand) und Peter Weiß (GEW Bayern), die uns uns in jeder, auch materieller Hinsicht unterstützten. Sogar Fahrtkosten und Verdienstausfall wurden übernommen.

Kernforderung war, ein Mindesthonorar für Lehrkräfte festlegen zu lassen, mit der Begründung, dass nur so die Qualität der Integrationskurse gewährleistet werden könne. Begleitet wurden die Forderung durch die Dokumentation der finanziellen Not in die viele Kollegen nun rutschen. Wir wiesen darauf hin, dass es für eine Erhöhung des Honorars dringend nötig sei, die Finanzierung der Kurse entsprechend zu verbessern. Das zweistündige Gespräch verlief in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  1. Es wurde begrüßt, dass wir den Kontakt zum BAMF gesucht haben. Unsere Probleme wurden aufmerksam registriert. Präsident Herr Dr. Albert Schmid sieht sich als Anwalt aller an der konkreten Integrationsarbeit Beteiligten.
  2. Bezüglich unsrer prekären finanziellen Situation sieht er seinen Handlungsspielraum auf kurze Frist allerdings stark durch die Integrationsverordnung eingeschränkt. Eventuelle Spielräume würden auf einer Diskussion am 8.7. durch eine Bewertungskomission näher erörtert.
  3. Das BAMF zeigte sich sehr offen für die Festlegung eines sozialen Mindeststandandards einschließlich Mindesthonorar für Dozenten als Zulassungskriterium für Träger.
  4. Generell wurde anerkannt, dass Qualität ihren Preis habe und gute Arbeit entsprechend bezahlt werden müsse.
  5. Unserer Forderung nach Beteiligung an laufenden Diskussionen über die weitere Entwicklung des Integrationskonzeptes wurde sofort entsprochen. Bereits am folgenden Donnerstag konnte Miriam Herrmann (IG) als Dozentinnenvertreterin und in der Eigenschaft als Sachverständige an einem Praktikertreffen des BAMF in Bamberg teilnehmen. An eine weitere Zusammenarbeit zwischen BAMF und Dozenten ist gedacht.
  6. Für Kursteilnehmer, für die 600 UE nicht ausreichen, sollen in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit nahtlos anschließende Zusatzkurse angeboten werden.
  7. An die Träger trat das BAMF mit der Aufforderung heran, aktiv bei Bestandsausländern für Integrationskurse zu werben.
  8. Prinzipiell habe das Projekt der Integrationsarbeit längerfristig eine Zukunft, für Resignation bestehe kein Grund.
  9. An uns Dozenten trat Herr Präsident Dr. Albert Schmid schließlich mit der Aufforderung heran, uns möglichst weitflächig zu vernetzen und zu organisieren, da nur so das notwendige politische Gewicht erreicht werden könne, unsere Forderungen auch in kommenden schwierigeren Zeiten und gegenüber höherer Warte wirksam zu vertreten.
  10. Nicht zuletzt gehe es auch um die Verbesserung gesamtgesellschaftlicher Akzeptanz der Notwendigkeit von Immigration und Integrationsarbeit.

Dazu müssen wir zunächst ein Informationsnetzwerk bilden und uns auch im Rahmen von GEW und ver.di organisieren.

Zum Punkt Vernetzung sei angemerkt, dass wir dabei voll auf die Unterstützung der Gewerkschaft rechnen können. - Auch dies ein Ergebnis des 5.Juli. Zunächst ist ein Treffen der Honorardozenten bayernweit und schließlich auch bundesweit geplant.

In diesem Sinn ergeht an alle Dozenten im Bereich DaF die dringende Bitte sich bei den anstehenden Terminen und Aktionen zu beteiligen und am Aufbau eines Informationsnetzwekes mitzuwirken. Trägheit, Ängstlichkeit und Resignation führen sicher in die Katastrophe. Dagegen zeigte der 5.Juli, dass noch viel zu gewinnen ist.

Kämpfen lohnt sich!



i.A. Johannes Gaab






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