Die untenstehenden Texte entstammen ausnahmslos Publikationen des BAMF. Wir haben auf eine eigene Darstellung des Berufsbilds verzichtet, da hier sehr schön dokumentiert ist, was man von uns erwartet. Daneben nehmen sich die Anforderungsprofile für Stellen im gehobenen Management bescheiden aus. Doch wie gesagt, hier geht es bloß um 10 Euro Jobs. Daneben vermitteln diese Texte auch tiefschürfende Einsichten, bspw. über "Ziele" ("
"Ziele" und Anforderungen
"Unter Anforderungen an DaZ-Lehrkräfte verstehen
wir das Maß an Kompetenz, über das eine
DaZ-Lehrkraft verfügen muss, um adressatengerechten
und effizienten DaZ-Unterricht erteilen zu können.
Kompetenz besteht in der Umsetzung und Anwendung
von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihrerseits
wieder von Wissen bzw. Kenntnissen und
Einstellungen abhängig sind. Anforderungen an
DaZ-Lehrkräfte ergeben sich aus der Realität des
Unterrichtens von Deutsch als Zweitsprache (S. 12
ff.).
Für die Qualifizierung bzw. Aus- und Fort- oder
Weiterbildung sind daraus Ziele ableitbar. Ein
Ziel ist ein in der Zukunft liegender angestrebter
Zustand. Ziele sind einfache bis hochkomplexe
Vorwegnahmen von zukünftigen Endzuständen vor dem
Hintergrund von Wertentscheidungen.
" Dafür wird ein Unterricht gefordert, der primär
auf die Kommunikationsfähigkeit abzielt und sich an
der Lebenswirklichkeit der Zugewanderten orientiert.
So verstanden muss der Sprachunterricht zu
folgenden Zielen beitragen:
1. Die Verbesserung der Voraussetzungen für die
Teilnahme der Zugewanderten am sozialen Leben
in der Bundesrepublik Deutschland, z. B.Erwerb
von sprachlichen Mitteln zur besseren Bewältigung des
eigenen Alltags Erwerb von Kommunikationsmitteln zur
Bewältigung von Behördengängen, zur Regelung der
Probleme der Kinder in Schule und Kindergarten, zur
Kommunikation beim Arzt, auf der Bank, mit Vermietern
etc.Erwerb von sprachlichen Mitteln zur Kommunikation
mit der Nachbarschaft, Kollegen und deutschsprachigen
Bekannten bzw. Freunden in der Freizeit
2. Die Verbesserung der Voraussetzungen
für die Teilnahme der Zugewanderten am
Erwerbsleben in Deutschland, z. B.Erwerb von
Kommunikationsmitteln zur Bewältigung der beruflichen
Qualifizierungsmaßnahmen Erwerb von
Kommunikationsmitteln zur Bewältigung der
Arbeitssituation
3. Die Verbesserung der Voraussetzungen für die
Teilnahme der Zugewanderten am gesellschaftlichen
Leben in Deutschland
Erwerb der sprachlichen Mittel zur Kommunikation
in Versammlungen, Treffen, Gruppierungen, Vereinen
etc. Erwerb der sprachlichen Mittel zur Information
über politische, wirtschaftliche und
gesellschaftliche Ereignisse Erwerb von sprachlichen
Mitteln zur Kommunikation im kommunalen Kontext
4. Die Verbesserung der Voraussetzungen für die
Teilnahme der Zugewanderten am kulturellen Leben in
Deutschland
.Erwerb von sprachlichen Mitteln zur Information
über kulturelle Ereignisse und Teilnahme an
entsprechenden Veranstaltungen wie Stadtteilfesten,
Informationsveranstaltungen etc. Um diese Ziele in
die Wirklichkeit umsetzen zu können, sind jedoch noch
andere Ziele zu erreichen, die in den DaZ-Unterricht
integriert sein müssen, wie z. B.:
- Förderung der Fähigkeit der Zugewanderten, sich
mit den eigenen Fähigkeiten, Stärken, Schwächen und
Interessen aktiv in die deutsche Gesellschaft
einzubringen
- Steigerung des Selbsthilfepotenzials der
Zugewanderten durch Förderung von Selbstständigkeit
und Eigenverantwortung
- Förderung der Identitätsfindung und
Handlungsfähigkeit in den Kulturen
- Förderung der Fähigkeit zu interkulturellem
Lernen
- Förderung der Fähigkeit zu reflektierendem
Lernen
- Förderung der Fähigkeit zu lebenslangem Lernen
Diese Liste ließe sich fortsetzen. Aus der
Auflistung einiger Hauptziele, die nicht rein
sprachlicher Natur sind, geht aber bereits hervor,
dass der DaZ-Unterricht auch nichtsprachliche
Inhalte aus den verschiedensten Bereichen
transportieren bzw. die Teilnehmer in die Lage
versetzen muss, sich diese selbst zu erschließen.
Aus den Zielen des DaZ-Unterrichts, von denen hier
lediglich Leitziele aufgeführt werden können,
ergeben sich die Anforderungen an diesen Unterricht
(S. 12 ff.). Aus den Anforderungen an den
Unterricht resultieren wiederum Anforderungen an
die Lehrkräfte, die diese erfüllen müssen, wenn ihr
Unterricht die genannten Ziele erreichbar machen
soll (S. 16 ff.). Daraus resultieren die Ziele der
Qualifizierungsmaßnahmen für die Lehrkräfte (S. 24
ff.).
2.2 Einflussfaktoren und Merkmale des
DaZ-Unterrichts
2.2.1 Teilnehmerabhängige Einflussfaktoren und
Merkmale
Der DaZ-Unterricht für Zugewanderte wird dadurch
bestimmt, dass seine Adressatengruppen bezüglich
zahlreicher Faktoren heterogen sind.
- Zu nennen sind in diesem Zusammenhang für alle
Zuwanderergruppen gleichermaßen das Herkunftsland
mit seiner Kultur, Geschichte und seiner aktuellen
politischen, wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Situation.
- Zu nennen ist ferner die Muttersprache, die mit
der Zielsprache Deutsch und den Ausgangssprachen
der anderen Kursteilnehmer verwandt sein oder aber
auch keinerlei Verwandtschaft aufweisen kann,
gegebenenfalls Mehrsprachigkeit, die kulturelle
Sozialisation mit ihren unterschiedlichen
Einstellungen und Werten und die Sozialisation
innerhalb einer bestimmten Gesellschaftsschicht.
- Zu nennen sind weiterhin Alter, Lernpotenzial
und Lernerfahrung. Die Einstellungen und
Bedürfnisse und auch die persönlichen Lernziele
sind daher in der Regel unterschiedlich: Ein
Teilnehmer benötigt Deutsch für die Kommunikation
beim Einkaufen oder im Nachbarschaftskreis, ein
anderer für die berufliche Ausbildung, der Dritte
am Arbeitsplatz.
- Dazu kommen die unterschiedlichen
Lernvoraussetzungen. Diese können sowohl die
Deutschkenntnisse und die Kenntnisse anderer
Fremdsprachen bzw. die entsprechenden
Lernerfahrungen umfassen als auch das Verfügen über
Lernstrategien, -techniken.
Die Anforderungen an den Unterricht in DaZ-Kursen
resultieren aus oben genannten Bestimmungs- und
Einflussfaktoren. Die wichtigsten Anforderungen
sollen im Folgenden aufgeführt und mit Hilfe der
nachstehenden Kriterien zusammengefasst werden. Die
Aufzählung bedeutet keine Hierarchisierung.
2.3.1 Interkulturelles Lernen
Sprachliche und kulturelle Vielfalt ist heutzutage
in Deutschland der Normalfall. Interkulturelles
Lernen ist deswegen eine notwendige Reaktion auf
diese Realität. Die Lerner bringen ihre eigene
Lebenswelt, ihre kulturelle Sozialisation, ihre
Erlebnisse und Erfahrungen in der konkreten
Wirklichkeit sprachlicher und kultureller
Verschiedenheit in den Unterricht ein. Das
Anknüpfen an das kulturell andere Vorwissen der
Lerner bringt die vorhandenen Vorerfahrungen und
Weltdeutungen zum Ausdruck und zur Sprache. Da
Sprache nicht nur Mitteilung ist, sondern auch
Ausdruck und Wertung von Weltsicht, bietet die
Konfrontation mit einer neuen Sprache auch die
Möglichkeit, die eigene, bislang meist als einzige
Norm empfundene, Sprach- und Werthaltung zu
überprüfen und zu erweitern. Dies hilft,
interkulturelle Missverständnisse abzubauen und
fördert Sensibilität, Verstehen und persönliche
Weiterentwicklung. Interkulturelles Lernen ist also
eine der Voraussetzungen für die Integration. Bei
diesem Prozess ist die Präsenz und Akzeptanz der
Erstsprache im Unterricht ein wichtiger Faktor, der
den Zweitsprachenerwerb fördert. Mehrsprachigkeit
erhält unter den gegebenen Bedingungen in einem
effizienten Sprachunterricht eine besondere
Bedeutung.
2.3.2 Lernerorientierung
Das Lernen einer Sprache ist ein individueller
Prozess, der unter anderem durch Offenheit des
Unterrichts gefördert wird. Ein solcher Prozess
erlaubt die Anwendung bereits erworbener
Handlungsmuster und ermöglicht den Erwerb neuer
Muster, wenn der Lernende eine seinen
Lernvoraussetzungen und Lernstrategien gemäße
sprachliche und pädagogische Förderung und
Lernanleitung erhält.
Die eigene Identität, möglichst auch die eigene
Muttersprache, die eigenen Vorerfahrungen,
Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in
den Lernprozess einbezogen und nutzbar gemacht.
Die eigene Lebenswelt der Lerner mit ihren
Erfahrungen wird also bei diesem Ansatz in den
Unterricht einbezogen. Dies muss beispielsweise
seinen Niederschlag in der Themen- und
Textsortenauswahl finden (möglichst unter
Beteiligung der Lerner), in einer funktionalen - an
Stelle einer formalen - Orientierung bei der
Grammatikvermittlung, in der Ermöglichung
eigenständiger Regelfindung durch die Teilnehmer
und im Einsatz von funktionalen Übungen und
Aufgabenstellungen.
Dabei wird der individuelle Prozess des
Zweitsprachenerwerbs durch positive Verstärkung in
der Unterrichtssituation und in der
außerunterrichtlichen Lernumgebung gefördert.
Handlungsfelder
- I.Bedürfnisse, Ziele, Beweggründe und
Lernvoraussetzungen der Zugewanderten für den Kurs
ermitteln
- II.adressatenspezifischen DaZ-Unterricht
innerhalb eines Standardangebots im Bereich A1 - B1
planen
- III.adressatenspezifischen DaZ-Unterricht
innerhalb eines Standardangebots im Bereich A1 - B1
vorbereiten
- IV.adressatenspezifischen DaZ-Unterricht
innerhalb eines Standardangebots im Bereich A1 - B1
durchführen
- V.adressatenspezifischen DaZ-Unterricht
innerhalb eines Standardangebots im Bereich A1 - B1
auswerten
- VI.Kursteilnehmer testen und einstufen
- VII.Kursteilnehmer bezüglich ihres
Spracherwerbs beraten
- VIII.das Migrationsumfeld und die
Migrationssituation in den DaZ-Unterricht
einbeziehen
- IX.Teilnehmer über öffentliche
Beratungsangebote informieren
- X.mit Kollegen zusammenarbeiten
- XI.die eigene Institution nach außen vertreten
- XII.die eigene Persönlichkeit und
Professionalität weiter entwickeln
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