Interessenvertretung der HonorardozentInnen für Deutsch als Fremdsprache
Wir und unsere Ziele
Wenigstens "Butter aufs Brot" war der Wunsch der GründerInnen unserer Aktion im Jahr 1996.

Welche Butter auf welches Brot?

Als bundesweite Interessenvertretung der HonorardozentInnen für Deutsch als Fremdsprache sind wir hauptsächlich im Bereich staatlich geförderter Integrationskurse tätig. Diese werden ausgerichtet über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Wir verstehen uns als eine offene Gruppe ohne hierarchische Strukturen und freuen uns über jeden, der mitmacht.

Als Honorardozenten arbeiten wir im Auftrag der einzelnen Schulen - ohne Festanstellung, ohne Planungssicherheit und ohne Lobby stehen wir ganz am unteren Ende der Auftragskette. Wer selbst in diesem Bereich tätig ist, weiß von der da herrschenden Arbeitssituation ein ausgesprochen trauriges, oft verzweifeltes Lied zu singen.

Unsere Website soll über unsere Arbeit und Probleme Auskunft geben, Mut machen und Hilfe leisten sich zu organisieren und gegen die unhaltbaren Zustände aufzustehen. Nur so wird sich etwas ändern lassen.


Unsere Situation:

Honorardozent - ohne Festanstellung - zu sein bedeutet formal:
  • von der Auftragslage abhängig zu sein
  • die Last der Renten und Krankenversicherung alleine zu tragen
  • ohne tarifliche Vereinbarungen zu arbeiten
  • miserable Honorare bei gleichzeitigem Verdienstausfall bei Krankheit und in den Ferien

Wir fordern daher:

  • Höhere Honorare, s. unsere Resolution in Zusammenarbeit mit der GEW
  • hälftige Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge durch unseren indirekten Auftraggeber, den Bund
  • Anerkennung des Arbeitnehmerstatus; Solange das nicht erreicht ist:
  • Abschaffung der Rentenversicherungspflicht für Honorar-Lehrkräfte
  • Anpassung der Krankenversicherungsbeiträge an die realen Einkommen

Wir kämpfen :

  • für die Möglichkeit, weiterhin in dieses Land einwandern zu können.
  • gegen jede Art von Rassismus und kultureller Diskriminierung.
  • für eine gelingende und gegenseitige Integration der Menschen, die in diesem Land leben und jener, die hier leben wollen
  • für die angemessene - materielle und statuelle - Anerkennung unserer Arbeit als DaF-Dozenten.

Wir haben

  • alle Organe und Personen wie bspw. Ausländerbeiräte und Herrn Schäuble über unsere miserablen Arbeitsverhältnisse informiert.
  • über Herrn Maget, den SPD-Vorsitzenden in Bayern, Kontakte nach Nürnberg zu Herrn Dr. A. Schmid, dem Präsidenten vom BAMF geknüpft, und sind mehrere Male dort vorstellig geworden.
  • Briefe an alle Instanzen geschrieben, die mit den Integrationskursen zu tun haben.
  • mit der GEW, Beratungsstellen, Ausländerbeiräten und manchen Trägern (VHS) gemeinsam Seminare organisiert und durchgeführt.
  • fast alle Veranstaltungen besucht, die von BAMF, VHS, GEW, DozentInnenverbänden organisiert wurden.
  • Resolutionen und Forderungskataloge verfasst und an die Verantwortlichen geschickt.
  • Presseerklärungen veröffentlichen lassen.
  • uns durch die o.g. Aktivitäten noch besser mit unseren aktiven KollegInnen bundesweit vernetzt.
  • Durch unsere Website präsentieren wir uns und halten alle, die in dem Bereich arbeiten bzw. sich dafür interessieren, auf dem Laufenden.


Der Erfolg unserer bisherigen Arbeit:

  • Wir sind in der GEW so verankert, dass sie uns bei allen unseren Veranstaltungen und Aktivitäten logistische und organisatorische Unterstützung gewährt. Außerdem genießen wir ihren vollen Rechtsschutz als Vertreter der DozentInneninteressen im Bereich DaF, auch für unsere Website.
  • Wir sind auf bundespolitischer Ebene als Vertretung der DozentInnen Integrationskurse anerkannt. Die ersten Gespräche der Firma 'Ramboll', die die Evaluation durchführt, wurden mit uns geführt.
  • Seit Juli 2007 ist die Finanzierung durch das BAMF von 2,05 € auf 2,35 € pro Teilnehmer und Unterrichtsstunde aufgestockt. Auch andere immer von uns geforderten Verbesserungen wurden umgesetzt (s. Flugblatt der GEW). Zwar mögen sich die Bemühungen bundesweiter Initiativen - besonders die Unterschriftenaktion der Hamburger DaF-Initiative (Fischbrötchen) gelohnt haben, aber es gibt leider wenig Grund zur Freude: Nach unserem jetzigen Wissen hat bis jetzt nur ein kleiner Teil der Träger einen Teil der Erhöhung an die Lehrer weitergegeben und schon gar nicht 3 €, wie von der GEW gefordert. Die meisten Träger stecken die Mehreinnahmen in die eigenen Töpfe "... um entstandene Defizite auszubessern..", obwohl ja in dem Rundschreiben vom BAMF vom Juli 2007 eindeutig stand, dass die Aufstockung um 30 Ct "...für eine bessere Honorierung der Lehrkräfte..." sei.
    Da müssen wir auf jeden Fall dran bleiben! Wie könnte man diese Träger "in die Pflicht nehmen"? Wer kann bitte noch Informationen über aufgestockte Honorare (oder auch nicht) schicken an: aktion-butterbrot@web.de, damit wir einen Überblick bekommen?

Wir nutzen alle erdenklichen Kommunikationswege um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen:

  • Briefe schreiben,
  • Treffen organisieren,
  • Presse sensibilisieren,
  • Politiker ansprechen (oft und laut:))...
  • Ebenso wichtig ist es, die gesellschaftliche Akzeptanz für die "ausländische" Bevölkerungsgruppe und für unsere Arbeit zu erhöhen. Denn leider scheint, jüngeren Umfragen zu Folge, Ausländerhass wieder zuzunehmen.
Wir bauen auf bereits bestehende gesellschaftspolitische Infrastrukturen wie Gewerkschaft, Ausländerbeirat etc., um alle Synergieeffekte auszunutzen.

Resolution

Am 20. Mai 2006 organisierte die GEW in Frankfurt ein bundesweites Lehrertreffen um gemeinsame Forderungen und Aktionsmöglichkeiten zu erarbeiten. Das Ergebnis dieser Tagung ist bis dato aktuell.

Das irdische Leben

"Mutter, ach Mutter es hungert mich, gib mir Brot sonst sterbe ich!"
- warte nur, warte nur mein liebes Kind, morgen wollen wir ernten geschwind!
Und als das Korn geerntet war, rief das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter es hungert mich, gib mir Brot sonst sterbe ich!"
- warte nur, warte nur mein liebes Kind, morgen wollen wir dreschen geschwind.
- Und als das Korn gedroschen war, rief das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter es hungert mich, gib mir Brot sonst sterbe ich!"
- warte nur, warte nur mein liebes Kind, morgen wollen wir backen geschwind
- und als das Brot gebacken war, lag das Kind auf der Totenbahr...

Aus: Des Knaben Wunderhorn. Es gibt eine ergreifende Vertonung von Gustav Mahler.
Infos und Links